Aktionstage im Westend vom 20. bis 31. März 2017

Das Westend auf der Schwanthalerhöhe war und ist der Wohnort vieler Münchnerinnen und Münchner, die aus anderen Ländern in die Stadt gekommen sind. Was heute als internationales Flair und urbaner Schick gilt, wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren von Presse und Stadtpolitik kritisch und abwertend betrachtet. Das Viertel wurde zum „Ausländerghetto“ erklärt und die Presse warnte vor dem Untergang eines Stadtteils. Welche Erfahrungen und persönlichen Geschichten stehen aber hinter diesen eindimensionalen Zuschreibungen? Wie sah das Leben in der „Münchner Bronx“ aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner aus?

Das Stadtarchiv München und das Münchner Stadtmuseum gehen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten im März 2017 diesen Geschichten aus dem Westend nach.

Den Flyer für die gesamte Veranstaltungsreihe finden Sie hier:

Aktionstage Westend Migration bewegt die Stadt

oder auf: auf Facebook

Zu den jeweiligen Veranstaltungen:

  • Auf dem Eröffnungs-Erzählabend am 20. März im Kulturladen Westend werden Bewohnerinnen und Bewohner der Schwanthalerhöhe ab 18.30 Uhr selbst zu Wort kommen. Ihre Anekdoten stehen im Vordergrund dieses mitunter auch humorvollen Blicks auf die Migrationsgeschichte des Arbeiterviertels.
  • In den Vereinsräumen des Wohnprojekts Ligsalz8 findet am 22. März ab 19.30 Uhr eine Vorführung des Münchner Tatorts „Wohnheim Westendstraße“ von 1976 statt. Die „Gastarbeiter“ im Westend geraten hier ins Visier der Ermittler Veigl (Gustl Bayrhammer) und Lenz (Helmut Fischer). Martin W. Rühlemann leitet den Filmabend mit einem Kurzvortrag über die Entwicklung der Wohnsituation im Westend ein.
  • Bei einer Podiumsdiskussion am 23. März ab 18.30 Uhr im Bürgerheim Westend geht es um den Einfluss des antirassistischen Engagements auf die positive Entwicklung des Viertels sowie aktuelle Herausforderungen durch rechtspopulistische und rassistische Bewegungen.
  • Bei zwei Stadtrundgängen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen verschiedener Institutionen im Westend werfen. Am 24. März ab 17.00 Uhr und am 25. März ab 14.00 Uhr. Treffpunkt: Heimeranplatz bei jedem Wetter.
  • Die bekannte Münchner Lesebühne „Westend ist Kiez“ veranstaltet im Rahmen der Aktionstage einen zusätzlichen Abend im Wirtshaus ‚Zum Ganghofer‘ am 26. März um 20.00 Uhr. Kiezgrößen der Poetry-Szene tragen hier Texte vor, die von den eigenen oder imaginierten (Migrations-)Erfahrungen im Westend erzählen.
  • Das Multikulturelle Jugendzentrum Westend (MKJZ) öffnet vom 28. bis 31. März seine Türen und stellt seine Arbeit anhand von zwei Ausstellungen vor. Am 29. März um 17.00 Uhr begrüßen die Mitarbeiter des MKJZ die Besucherinnen und Besucher zusätzlich persönlich und zeigen einen Kurzfilm über die Arbeit im vergangenen Jahr.
  • Mit Konzerten vom Community Musik Orchester, Jisr und der Express Brass Band am 31. März feiern wir ab 19.00 Uhr in der Galerie Köşk den krönenden Abschluss der Aktionstage. Das Prinzip des Community Music Orchesters kann als neue Stadtkultur bezeichnet werden: Jeder kann mitmachen! Bring your own Westend-Story: Vor, während und nach dem Konzert freuen wir uns über Erzählungen von Besucherinnen und Besuchern über ihre eigenen (Migrations-)Westend-Geschichten. Mitgebrachte Gegenstände, die mit der eigenen Geschichte zusammenhängen, tauschen wir gegen ein Freigetränk ein.

Das Kooperationsprojekt „Migration bewegt die Stadt“ des Münchner Stadtmuseums und des Stadtarchivs München hat im Februar 2015 seine Arbeit aufgenommen. Ziel des Projektes ist es, die Migrationsgeschichte langfristig zu sammeln, zu archivieren, darzustellen und damit eine vielschichtige Erinnerungsarbeit in einer von Migration geprägten Gesellschaft zu etablieren. Besonderes Augenmerk legen die Projektbeteiligten darauf, die Perspektive der Akteure dieser Geschichte einzubeziehen. Daher findet die Arbeit nicht nur in den beiden Institutionen statt, sondern auch „vor Ort“ im Viertel oder Stadtraum, um Geschichte(n) zu sammeln und über das Selbstverständnis Münchens als „Einwandererstadt“ zu diskutieren.

Zum Anfang der Seite

Kommentare

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*