Offenes Museumslabor im Westend 5. bis 16. Juli Galerie Kösk

Das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München erforschen seit 2015 die Geschichte und Gegenwart der Migration in München. Wir suchen gemeinsam aktiv Geschichten und Objekte, um die Migration in die städtische Erinnerung zu verankern. Während der Kunst- und Kulturtage 2017 sind Bewohnerinnen und Bewohner aufgerufen eine Ausstellung in der Galerie Köşk vorzubereiten.

Das Westend auf der Schwanthalerhöhe war und ist ein Wohnort vieler Münchnerinnen und Münchner, die selbst oder deren Eltern als Migrantinnen und Migranten in die Stadt kamen. Während der hohe Anteil ausländischer Bevölkerung in den 1970er- und 1980er-Jahren Anlass für negative Schlagzeilen und die Abwertung des Westends als „Ausländerghetto“ war, gilt das Viertel heute als beliebter und schicker Stadtteil mit internationalem Flair. Welche Erfahrungen und persönlichen Geschichten stehen hinter den unterschiedlichen Zuschreibungen? Wie gestaltete sich der Alltag für die Bewohnerinnen und Bewohner?

Das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München laden alle ein, die eigenen Geschichten und Perspektiven zum Ausgangspunkt einer Ausstellung zu machen. Mit verschiedenen Workshops und Zwischenpräsentationen wird sich die Ausstellung verändern und erst kurz vor Ende des Museumslabors fertig sein. Im Anschluss werden Teile dieser Ausstellung im Münchner Stadtmuseum am St.-Jakobs-Platz präsentiert.

Mittwoch, 5. Juli
15.00-19.00 Uhr:
Offener Sammel-Workshop MUSIK
Das Museumslabor sucht nach Schallplatten, Kassetten, Radios, Aufnahmegeräten oder USB-Sticks .
20.00-22.00 Uhr: Öffentliche Präsentation der Stücke mit Erzählungen der Teilnehmenden.

Freitag, 7. Juli
15.00-19.00 Uhr:
Offener Sammel-Workshop KLEIDUNG
Das Museumslabor sucht nach Kleidungsstücken von der Arbeitsstelle, Freizeit und besonderen Anlässen.
20.00-22.00 Uhr: Öffentliche Präsentation der Stücke mit Erzählungen der Teilnehmenden.

Samstag, 8. Juli
15.00-19.00 Uhr:
Offener Sammel-Workshop für ALLES DENKBARE
Das Museumslabor sucht nach Schulheften, Schreibmaschinen, Spielzeugen, Büchern, Briefe und anderen Erinnerungsgegenständen und Erzählungen darüber
Ab 20.00 Uhr: Ein Erzählkunst-Abend mit Özlem Tetik und Monika Wendl
Die beiden Geschichtenerzählerinnen spielen und erzählen alte und moderne Geschichten aus verschiedenen Erzähltraditionen und verweben darin ihre persönlichen Erlebnisse über die Münchner Migration.

Montag, 10. Juli
15.00-19.00 Uhr: Offener Sammel-Workshop FOTOS
Das Museumslabor sucht nach Fotoalben, Kameras oder USB-Bilder-Sticks
20.00-22.00 Uhr: Öffentliche Präsentation der Stücke mit Erzählungen der Teilnehmenden

Freitag, 14. Juli
18.00 Uhr: Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung „Unser Museumslabor Westend“
ab 20.00 Uhr: Ausstellungsbeteiligte erzählen über ihre Erinnerungen an die Migrationsgeschichte vom Westend, moderiert von DJane Ü
ab 22.00 Uhr: Party mit DJane Ü

Das Museumslabor ist zusätzlich zu den Veranstaltungen vom 5. bis 16. Juli jeden Tag ab 15.00 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Sie können auch an diesen Tagen ihre Erzählungen und Objekte über die Migrationsgeschichte des Westends zum Museumslabor mitbringen.

Ort:
Museumslabor in der Galerie Köşk, Schrenkstraße 8, 80339 München

Eintritt frei
Barrierefreier Zugang mit Ausnahme der Toiletten

Programmflyer Museumslabor

Gülsah Stapel (Berlin): Gegenerzählungen. Was eine türkeistämmige Erinnerungstopografie in Berlin alles kann

Vortrag

am Dienstag, 23. Mai, 19.15 Uhr

Ort: Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

In der Vortragsreihe „Stadt – Migration – Citizenship“ berichten die Vortragenden anhand zeitgeschichtlicher und aktueller Forschungsbeispiele über den Zusammenhang dieser drei Aspekte. Ihr Blick richtet sich vor allem auf Städte in Deutschland und sie zeigen dabei, wie Migration und Mobilitäten und die Bedeutung des Städtischen in Bezug auf Bürgerschaft sowie Teilhabe verhandelt wird.

Gülsah Stapel zeigt anhand von Erzählungen ehemals zugewanderter Menschen, wie die Migration den urbanen Stadtraum Berlins geprägt hat und welchen Stellenwert sie im offiziellen Gedächtnis hat.

Eine Kooperation des Instituts für Volkskunde / Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Forschungsprojekts „Migration bewegt die Stadt“ des Münchner Stadtmuseums und des Stadtarchivs München

Eintritt frei

Migration Koloquium 2017

2. Mai 2017: Start der Vortragsreihe/Institutskolloquium

Migration Koloquium 2017

„Stadt regiert Migration. Konflikte um urban citizenship im Politikfeld der „Armutszuwanderung“ in München (2010-2016)“
ein Vortrag von Lisa Riedner (München, Göttingen)

Mit der Veranstaltung beginnt die neue Vortragsreihe „Stadt – Migration – Citizenship“ des Forschungsprojekts „Migration bewegt die Stadt“ und des Instituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität München.
Städte sind zentrale Verhandlungsorte von Migration. Sie sind Schauplatz migrantischer Positionierungen und Kämpfe – schon in der Zeit des Gastarbeitersystems aber auch bei Protesten von Geflüchteten seit 2013, die sich besonders stark in Berlin, Hamburg und München manifestierten. Städte sind auch Knotenpunkte unterschiedlicher Formen von Mobilität.
Die Vortragenden berichten anhand zeitgeschichtlicher und aktueller Beispiele über den Zusammenhang der drei Aspekte des Reihentitels. Mit einem Fokus auf Städte in Deutschland wie München und Berlin zeigen sie, wie Migration und Mobilitäten und die Bedeutung des Städtischen in Bezug auf Bürgerschaft sowie Teilhabe verhandelt wird. Dabei wird es um die letzten sechs Jahrzehnte der Migrationsgeschichte genauso wie auch um Veränderungen der jüngeren Zeitgeschichte gehen.
Das Gesamtprogramm des Kolloquiums 2017 PDF

AYNWANDERUNK – NIX SÜRÜK! #3 – WESTEND MIGRATION STORIES

PERFORMATIVER LECTURE-WALK AUF DEN HISTORISCHEN UND FUTURISTISCHEN PFADEN DER GEGENWART MIT NATALIE BAYER IM MÜNCHNER WESTEND

„Stadtgeschichten sind auch immer Migrationsgeschichten“ (Erol Yıldız). Die Schwanthalerhöhe ist ein Paradebeispiel der Münchner Urbanisierung: Bereits seit den 1960er Jahren haben zugewanderte Bewohner*innen viele Vereine, Cafés, Lebensmittelgeschäfte und Kulturtreffpunkte in dem Arbeiter*innen-Viertel gegründet. Sie reaktivierten den Stadtteil und prägten die Stadtgeschichte maßgeblich mit. Als hier am 15. Juni 2005 Theodoros Boulgarides vom NSU ermordet wurde, galt dies als ein Angriff auf den urbanen Alltag im Westend. Der Performativer Lecture Walk begibt sich auf die Spuren des Stadtteils. Wo und wie erinnert sich München an seine Migrationsgeschichten? Wie hat sich die Migrationsgeschichte seit den 1950ern eingeschrieben? Wo haben Bewohner*innen zusammen für das gute Leben gekämpft? Und welche Orte erinnern an Theodoros Boulgarides?

Mit: Natalie Bayer, Migrationsforscherin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Münchner Stadtmuseums im Kooperationsprojekt „Migration bewegt die Stadt“ mit dem Stadtarchiv München.

In Kooperation mit den Münchner Kammerspielen

Treffpunkt Galerie Köşk, Schrenkstraße 8, München

Eintritt: 9 Euro/ Ermäßigt: 5 Euro

Aynwanderunk – Nix Sürük #1-6 eine Veranstaltungsreihe zum NSU-Tribunal in Köln

Performance-Walk Ankündiung auf www.muenchner-kammerspiele.de

Stadtrundgang: „Münchens Kreuzberg ist ganz anders“

Pünktlich zum schönen Wetter haben wir zwei Stadtrundgänge im Programm der Aktionstage Westend!

Stadtrundgang: „Münchens Kreuzberg ist ganz anders“

Eigentlich war die Schwanthalerhöhe schon immer ein Viertel für Zuwanderer. Bekannte und unbekannte Orte im Westend zeugen von dem großen Einfluss, den die Migration auf das ehemalige Arbeiterviertel genommen hat. Der interaktive Stadtteilrundgang betrachtete die Orte jedoch nicht nur von außen. Gemeinsam schauen wir hinter die Fassaden und besuchen verschiedene Akteure im Viertel, die selbst von ihrer Geschichte und ihrem Engagement für den Stadtteil erzählen.

Freitag 24. März von 17.00 bis 19.00 Uhr

Samstag 25. März von 14.00 bis 16.00 Uhr

Treffpunkt ist am Heimeranplatz. Die Teilnahme an den Rundgängen ist kostenlos.

 

 

Tatort „Wohnheim Westendstraße“

Nach dem gut besuchten Erzählabend am Montag im Kulturladen Westend, zeigen wir heute den Tatort „Wohnheim Westendstraße“ aus dem 1976.

Los geht es um 19.30 Uhr in der Ligsalzstraße 8.

Der Eintritt ist frei!

westend

Filmabend: Tatort „Wohnheim Westendstraße“ (BR 1976)

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Aktionstage im Westend vom 20. bis 31. März 2017

Das Westend auf der Schwanthalerhöhe war und ist der Wohnort vieler Münchnerinnen und Münchner, die aus anderen Ländern in die Stadt gekommen sind. Was heute als internationales Flair und urbaner Schick gilt, wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren von Presse und Stadtpolitik kritisch und abwertend betrachtet. Das Viertel wurde zum „Ausländerghetto“ erklärt und die Presse warnte vor dem Untergang eines Stadtteils. Welche Erfahrungen und persönlichen Geschichten stehen aber hinter diesen eindimensionalen Zuschreibungen? Wie sah das Leben in der „Münchner Bronx“ aus Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner aus?

Das Stadtarchiv München und das Münchner Stadtmuseum gehen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten im März 2017 diesen Geschichten aus dem Westend nach.

Den Flyer für die gesamte Veranstaltungsreihe finden Sie hier:

Aktionstage Westend Migration bewegt die Stadt

oder auf: auf Facebook

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Gekommen über Verona nach München

Italienische Migrationsgeschichte als europäische Erinnerungskultur

Mit dem deutsch-italienischen Anwerbeabkommen 1955 wurde in Verona die Deutsche Kommission eingerichtet. Bewerberinnen und Bewerber wurden dort gesundheitlich und polizeilich überprüft, um danach im Zug nach München zu fahren. Am Beispiel historischer Bilder und bisher unbekannter Filmaufnahme aus der Anwerbekommission in Verona geben Grazia Prontera (Universität Salzburg) und Philip Zölls (Stadtarchiv München, Projekt „Migration bewegt die Stadt“) Einblicke in das Anwerbeverfahren und berichten über die Lebens- und Arbeitserfahrungen italienischer Migrant*innen in München.

Anschließend diskutieren u.a. Daniela Di Benedetto (Comites, Monaco di Baviera) und Claudio Cumani (Integrationsbeirat Garching) über die Bedeutung der italienischen Migration der 1950er bis 1980er Jahre für aktuelle Migrationsbewegungen nach München und gehen der Frage nach, wie die eigene Geschichte Bestandteil einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur werden und wie diese aussehen könnte.

 

Wo:  Stadtarchiv München, Winzererstraße 68, 80797 München

Wann: 07. März 2017, 19.00 Uhr

Eintritt frei, barrierefrei zugänglich. Der Veranstaltungsort verfügt leider nicht über barrierefreie Toiletten

Kontakt: perspektive.migration@muenchen.de

Die Veranstaltung ist Bestandteil der Reihe „Drinnen oder draußen? Zusammenleben in Europa“, organisiert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Das gesamte Programm der Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

 

Der Bayerische Flüchtlingsrat ist Geschichte!

1986 war es soweit! Engagierte Einzelpersonen, Initiativen und Organisationen wollten ein Zeichen gegen die damalige Asylpolitik setzen und gründeten den Bayerischen Flüchtlingsrat als überparteilichen und überregionalen Dachverband, der sich für die Rechte von Geflüchteten und Migrant_innen einsetzt. Seit nun mehr 30 Jahren bietet der Bayerische Flüchtlingsrat Rechtshilfeberatung und Einzelfallhilfe an und initiiert zahlreiche öffentlichkeitswirksame Kampagnen. Im Sommer 2015 wurden die Materialien an das Stadtarchiv München übergeben und dort sachgerecht archiviert.

Bei der Veranstaltung „Der Bayerische Flüchtlingsrat ist Geschichte“ stellen Philip Zölls (Stadtarchiv München) und Matthias Weinzierl (Bayerischer Flüchtlingsrat) die neu erworbenen Bestände vor und geben an ausgewählten Beispielen Einblicke auf die bewegte Geschichte des Vereins.

Wann: Dienstag, 13. Dezember 2016, 18.30 Uhr

Wo: Stadtarchiv München, Winzererstraße 68, 80797 München

Der Eintritt ist frei!

Gekommen über Verona nach München

Am 20. Dezember 1955 schloss die Bundesrepublik Deutschland mit Italien ein Anwerbeabkommen ab, das die praktische Durchführung der Arbeitsvermittlung regelte.  Alle Arbeiter*innen, die über diese Vereinbarung in die Bundesrepublik kamen, mussten aber zuerst in Verona bei der „Deutschen Kommission“ eine Gesundheitsuntersuchung durchlaufen und konnten anschließend ihren Arbeitsvertrag unterschreiben, bevor es mit dem Zug nach München ging.

Wir suchen Sie!

Für eine geplante Veranstaltung im März 2017 suchen wir vom Projekt „Migration bewegt die Stadt“ Personen, die über Verona nach München kamen und hier lebten und arbeiteten. Wir würden uns freuen, wenn Sie aus ihrer Sicht über ihre Erfahrungen von der Anwerbung berichten können und zusammen mit uns die geplante Veranstaltung durchführen wollen.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht, am besten per E-Mail:

perspektive.migration@muenchen.de